3. Dezember 2016 0 comments

Die gGmbH als Sonderform der GmbH

Die gGmbH / gemeinnützige GmbH

In der Beitragsreihe über die einzelnen Rechts-und Gesellschaftsformen wurde schon auf einige wichtige Gesellschaftsformen eingegangen. Im Folgenden berichten wir über eine Sonderform der bekannten Rechtsform GmbH, die gGmbH oder “gemeinnützige GmbH” genannt.

Die gGmbH wird häufig für Unternehmen verwendet, die ihren Geschäftszweck auf die Erreichung sozialer oder gemeinnütziger Ziele ausgerichtet haben. Häufig treten gemeinnützige GmbH`s auf, wenn der  Unternehmenszweck mit dem Ziel der Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung beschrieben werden kann. Ebenso kommen Themenbereiche aus dem Umweltschutz, Kunst, Kultur oder Denkmalschutz mit einem gemeinnützigen Hintergrund in Frage und können als Gegenstand einer gGmbH dienen. Tätigkeitsbereiche der Gesellschaft sind zudem  die Förderung und der Schutz der Natur, der Tiere, der Pflanzenschutz,  Religion, Gesundheitswesen, Bildungswesen und Erziehungswesen (Kita,Privatschulen, Sozialpädagogische Einrichtungen), Sport-,Kinder-, Jugend-und Altenhilfe, Rettungswesen.

Was sind die Besonderheiten dieser Gesellschaftsform?

Diese Sonderform der GmbH stellt den Unternehmen mit gemeinnützigen Zielen vernünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen zur Verfügung, um deren Arbeit zu ermöglichen. Sie bietet dabei gute Steuervorteile für diese Unternehmen. Derartige Steuervorteile kennt man sonst eigentlich nur aus dem Vereinswesen, das heißt aus dem Bereich der Non-Profit-Organisationen.
Eine gGmbH ist eine Kapitalgesellschaft und somit als juristische Person zu betrachten.

Eine Gemeinnützige GmbH ist gut für Gründer geeignet die einem gemeinnützigen Zweck mit ihrer Arbeit verfolgen und gleichzeitig wirtschaftlich tätig sind. Zur Gründung der gGmbH muss mindestens eine natürliche Person als Gesellschafter auftreten, weitere Gesellschafter sind hier möglich (juristische und natürliche Personen). Der Gesellschaftszweck des Unternehmens muss jedoch in jedem Fall und auch nachweislich kirchlich, mildtätig oder gemeinnützig orientiert sein. Der Unternehmenssitz muss zudem auch in jedem Fall in Deutschland sein. Die Stammeinlage zur Gründung muss mindestens 25.000 Euro betragen und die Hälfte der Einlage muss vor der Eintragung der gGmbH eingezahlt werden. Die Haftung der Gesellschafter ist begrenzt und findet nur in Höhe der Stammeinlage bzw. in Höhe des Gesellschaftsvermögens statt.  In der Regel sind die Gesellschafter auch von der privaten Haftung befreit. Ein Gesellschaftervertrag und eine Satzung sind in diesem Fall verpflichtend.

Bei einer gGmbH ist ebenfalls eine Sachgründung möglich, das bedeutet das Sachgüter (Immobilien, Maschinen) in das Unternehmen eingelegt werden können und als Teil des Stammkapitals zur Gründung angerechnet werden. Für die Gründung einer gemeinnützigen GmbH fallen Gründungskosten um die 1.000 Euro an und eine Eintragung in das Handelsregister ist erforderlich.

Angemeldet wird die Gesellschaft beim örtlichen Gewerbeamt und im Handelsregister. Weitere Anmeldungen sind beim Finanzamt , der IHK oder ggf. bei der Handwerkskammer zu tätigen.

Pflichten der Gesellschaft

Eine gGmbH hat die Pflicht ihre Jahresabschlüsse öffentlich zu hinterlegen und bekannt zu geben. Dies dient in erster Linie zum Nachweis der gemeinnützigen Tätigkeit und zur Verhinderung Widerrechtlicher Aktivitäten. Die Buchführung ist in Form der Doppelten Buchführung zu tätigen und ist somit verpflichtend. Eine gGmbH ist von Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlägen und der Gewerbesteuer befreit. Die Umsatzsteuer wird meist vergünstigt erhoben, lediglich die Lohnsteuer wird fällig, wenn Mitarbeiter für die Gesellschaft tätig sind.

Eine gGmbH hat in jedem Fall den Zusatz “gemeinnützige GmbH” zu ihrem Namen zu tragen.

Lesen Sie hierzu auch diesen Artikel “Die GmbH & CO.KG”

 

 


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