30. September 2016 0 comments

Der eigene Chef sein – Der Weg in die Selbstständigkeit.

Was muss ich beachten, wenn ich mich selbstständig mache und mir den Traum erfülle der eigene Chef zu sein?

Für viele Menschen ist es ein Traum irgendwann einmal der eigene Chef zu sein. Doch gerade vor der Gründung eines Unternehmens gibt es viele Punkte die man unbedingt beachten sollte, damit der Start in die Selbstständigkeit auch eine Punktlandung wird.

Doch bevor die Planung der Details beginnen kann und man wirklich sich als der eigene Chef bezeichnen kann, sollten Sie erst einmal ausgiebig Ihre Geschäftsidee prüfen. Ist die “zündende Geschäftsidee” schon vorhanden oder haben Sie nur eine grobe Ahnung in welche Richtung es gehen sollte?

Ist keine fixe Geschäftsidee vorhanden, sollten Sie nun verstärkt an der Ideen Findung arbeiten.

Besuchen Sie Workshops zu diesem Thema, gehen Sie mit offenen Augen durch die Welt und analysieren Sie Ihre persönlichen Stärken und Schwächen. Meist kann man anhand dieser Informationen bereits eine grobe Richtung erarbeiten und eine Grundidee entwickeln aus welcher ein zukünftiges Geschäftsmodell entstehen kann. Auch ohne eigene Geschäftsidee kann man sich selbstständig machen und der eigene Chef werden. So bieten beispielsweise Franchise Unternehmen Selbstständigkeiten mit deren Konzeption an. Oder man kann sich Gründungsvorhaben eines anderen Gründers anschließen. Gründer suchen oft über Plattformen oder Netzwerke Mitgründer.

Das eigene Geschäftsmodell wird wahrscheinlich im Laufe der Vorbereitung der Selbstständigkeit mehrfach optimiert oder verändert werden, dies ist auch richtig und ein wichtiger Teil eines Prozesses. Bleiben Sie flexibel, offen für Trends und neue Ideen, es ist ein weiter Weg bis man wirklich der eigene Chef wird, aber dieser Weg lohnt sich.

Sollten Sie Zweifel plagen oder ein Gefühl der Unsicherheit entstehen, ob die Geschäftsidee die richtige ist, dann lassen Sie Ihre Idee von einem Berater oder auf einer der vielen Gründungssseiten im Internet kostenlos prüfen, und sprechen Sie darüber mit Freunden  & mit der Familie.

Feedback ist immer gut und hilfreich. Auf Ihrem Weg zum eigenen Unternehmen werden Ihnen viele Skeptiker und Kritiker begegnen. Hören Sie sich an, was man Ihnen sagt und ziehen Sie Ihre Schlüsse daraus, vielleicht kann man etwas lernen. Dennoch gebe ich Ihnen den Ratschlag auch hier: bleiben Sie der eigene Chef und lassen Sie nicht beirren.
Vorsicht und Reflektion sind gut, aber auf dem Weg in die Selbstständigkeit braucht man jede Menge Mut, Selbstvertrauen und Überzeugung.

Haben Sie Ihre Geschäftsidee gefunden und sind von Ihrem Konzept überzeugt, beginnt die Planungsphase Ihrer Gründung.

Sie kommen Ihrem Ziel, der eigene Chef zu sein, Schritt für Schritt näher. Gehen Sie mit Elan ans Werk!

Bezugnehmend auf den KfW Gründungsmonitor dauert es durchschnittlich 7 Monate von der Idee bis zur Verwirklichung dieser. Allerdings sind 50% aller Gründer innerhalb von drei Monaten mit Ihrer Planung durch, wenn Sie sicher Gründen wollen.Betrachtet man die durchschnittliche Vorbereitungszeit einer Gründung , so beschäftigen sich Gründer häufig 2,5 Monate mit Behördengängen, Ideenfindung, Optimierung der Geschäftsidee sowie der Erstellung und Optimierung des Businessplans. Die Hälfte der Gründer erledigt diese Aufgaben aber in weniger als einem Monat.

Grundsätzlich sollte man sich auf eine Gründung sehr gut vorbereiten und vor allem zu Beginn den Fokus auf die Erstellung und Optimierung des Businessplans legen. Er ist das Fundament Ihres Unternehmens und Voraussetzung für Investoren & Banken um über Kredite, Fördermittel und etwaige Investitionen entscheiden zu können. Ist man nicht geübt bei der Erstellung eines professionellen Businessplans unterlaufen viele Fehler, die vermeidbar sind. Holen Sie sich hier Unterstützung von Profis oder nutzen Sie zumindest geeignete Businessplan Vorlagen. Diese helfen bei der Strukturierung von Zahlenteilen und Textbeiträgen und lassen Ihren Businessplan professionell erscheinen.

“Nobody is perfect” – stellen Sie Fragen und kontaktieren Sie Experten und erfahrene Gründer, es zahlt sich aus.

Sich Selbstständig zu machen und der eigene Chef zu werden ist eine große Chance aber auch ein Wagnis. Es ist daher wichtig von Anfang an zu entscheiden, ob die Selbstständigkeit ein Haupt – oder nur eine Nebenerwerb sein sollte. Beginnt man im Nebenerwerb, so ist dies unbedingt vom Arbeitgeber zu genehmigen,am Besten schriftlich. Nebenerwerbstätigkeiten sind sozialversicherungspflichtig, steuerpflichtig und müssen offiziell angemeldet werden. Die Einnahmen aus diesen Tätigkeiten dürfen das eigentliche Arbeitsentgelt aus hauptberuflicher Tätigkeit nicht übersteigen.

Prüfen Sie auch die gesetzlichen Regelungen für Kleingewerbe bevor Sie diese Tätigkeit beginnen. Gerade Frauen bevorzugen oftmals eine nebenberufliche Tätigkeit zur Minimierung der Risiken. Ebenfalls bedürfen Nebenerwerbe meist eines sehr geringen Kapital- und Investitionsbedarfs. Prüfen Sie bitte vorab, ob ihr bestehender Arbeitsvertrag keine Konkurrenz-oder Wettbewerbsverbote beinhaltet, diese könnten einen Nebenerwerbstätigkeit ggf. unmöglich machen oder ausschließen.

Haben Sie entschieden in welcher Form Sie Ihre Selbstständigkeit ausführen möchten, stehen Sie schon vor der nächsten wichtigen Entscheidung. Nun kommen rechtliche Fragen wie die Wahl der Unternehmens- und Gesellschaftsform auf Sie zu. Sie sollten einen Firmennamen finden und Domains für Ihre Homepage sichern. Eventuell müssen Sie Markennamen oder Produkte rechtlich patentieren lassen und sichern. Hierzu ist eine rechtliche Beratung von einem Patentanwalt durchaus anzuraten, damit nicht schon im Vorfeld Fehler bei der Patentanmeldung passieren, sie versäumen Patente rechtzeitig anzumelden oder Produkteigenschaften nicht geschützt werden. Haben Sie keine Patente oder Markenrechte zu schützen, wäre ein Check des Firmennamens anzuraten. Darf dieser Name verwenden werden, gibt es diesen Namen bereits in dieser oder ähnlicher Form? Informieren Sie sich sicherheitshalber vorab über Gewerbliche Schutzrechte

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema des Versicherungsschutzes für Sie und ihr Unternehmen.

Möchten Sie eine private oder gesetzliche Krankenversicherung zur Absicherung ihrer persönlichen Risiken abschließen? Vergleichen Sie die Kosten der privaten und der gesetzlichen Krankenvollversicherung miteinander. Achten Sie darauf das möglichst hier die leistungsstärksten Tarife beider Versicherungsgruppen miteinander verglichen werden und fordern Sie verschiedenen Angebote an. Lassen Sie sich hier ausgiebig beraten bevor Sie eine Versicherung abschließen und eine finale Entscheidung treffen.

Wenn Sie sich für eine privaten Krankenversicherung entschieden haben, ist dies eine recht endgültige und nur schwer zu verändernde Tatsache, beziehen Sie dies in Ihrer Überlegungen mit ein. Vor der Versicherung der betrieblichen Risiken ist es wichtige erst einmal die tatsächlichen Unternehmensrisiken zu ermitteln und dann die geeignete Versicherung hierfür zu finden. Lassen Sie sich hierzu bitte ausgiebig von einem Fachmann beraten.

Viele Risiken eines Unternehmens, die man nicht beeinflussen kann, sind zu versichern, da deren Eintritt ohne Versicherungsschutz ein jähes Ende des Unternehmens und der Idee der eigene Chef zu sein, bedeuten könnte ( Feuer, Wasser, Unwetter, …).

Ich persönlich halte eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Unfallversicherung für unabdingbar, da beide Versicherungen Ihre persönlichen Risiken minimieren. Dies ist aber nur eine Empfehlung und kein Muss und beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen.

Wenn Sie sich Selbstständig machen so stehen sie vor einem Berg an Investitionen, die Höhe dieser Investitionen ist allerdings von Ihrer Geschäftsidee abhängig. So benötigen Produktionsbetriebe ein vielfach höheres Startkapital als ein Beratungsunternehmen.

Da die Ersparnisse eines Gründers in der Regel beschränkt sind kommt nun schnell das Thema Kredit, Fördermittel, Bank zum Tragen. Der Ausgangspunkt Ihrere Finanzierung liegt in einem ausführlichem und fundierten Finanzplan, dieser wird gemeinsam mit dem Businessplan erstellt und ist ein elementarer Bestandteil dessen.

Wichtig ist das Sie vor der Gründung nicht zu knapp kalkulieren. Es sollten ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stehen, damit der Start entspannt stattfinden kann und auch nicht geplante Investitionen getätigt werden können, sofern diese notwendig sind. Ein ordentlicher finanzieller Puffer ist immer gut, es treten immer wieder nicht eingeplante Zusatzkosten auf und nur wenn man ausreichend Kapital besitzt kann das Projekt Selbstständigkeit vorangetrieben werden. Sonderausgaben dürfen das Projekt nicht gleich an die Grenzen der Realisierbarkeit stoßen lassen. Bitte bedenken Sie, das Sie vor der Gründung eventuell Konzessionen & Genehmigungen einholen müssen oder bestimmte Qualifikationen vorweisen müssen.

Diese sollten rechtzeitig beschafft werden. So ist in vielen Berufen eine Meisterpflicht Grundlage der Selbstständigkeit. Verschaffen Sie sich bereits vorab einen Überblick über die eventuell benötigten Genehmigungen, Konzessionen, Scheine, etc.

Hierzu erhalten Sie Informationen von Berufskammern, IHK, Verbände, Gewerbeämter, Ordnungsämter, Ordnungsamt und Branchenverbände.

Eine Gründung wird durch die Unternehmens- und Rechtsform maßgeblich beeinflusst, daher können bestimmte Unternehmens- und Rechtsformen (Bsp.: GmbH) die Gründungsprozesse deutlich verzögern. Eine Einzelgesellschaft oder GbR ist schnell gegründet und Bedarf eines geringen Aufwands, Kapitalgesellschaften (GmbH, UG) benötigen mehr Zeit und bedeuten einen größeren Aufwand, da man hier Notar Termine einhalten muss und ein Eintrag ins Handelsregister anfällt. Planen Sie hierfür ausreichend viel Zeit ein und suchen Sie sich Beratung.

Gründen Sie ein Unternehmen,dann brauchen Sie auch ein Geschäftskonto. Kapitalgesellschaften werden sogar erst ins Handelsregister eingetragen, wenn das Stammkapital auf dem Geschäftskonto eingegangen ist. Bitte dies zeitlich berücksichtigen.

Achten Sie darauf das Sie Ihre Privat- und Geschäftskonten in jedem Fall voneinander trennen. Das ist insbesondere für Freiberufler, Personen im Nebenerwerb und Einzelunternehmer wichtig. Zwar sind hier Geschäftskonten kein Muss, erleichtern aber die Arbeit des Steuerberaters ungemein und erlauben eine klare Einschätzung der Finanzlage des Unternehmens.

Ebenfalls darf man das Thema Verträge nicht außer Acht lassen, so sind Gesellschafterverträge , Arbeitsverträge für Mitarbeiter, AGB`s, Kundenverträge,… oftmals von Nöten. Diese lassen Sie sich am Besten mit einem Fachanwalt erstellen und optimieren. Natürlich gibt es auch viele Vorlagen und Musterverträge die hierfür ebenfalls genutzt werden können. Die notwendigen Vertragsunterlagen sollten bereits vor Beginn der Unternehmung vorliegen und einsatzbereit sein, da man auch oftmals Verträge vorab schließen kann und muss.

Es geht weiter auf dem Weg in die Selbständigkeit.

Viele Punkte auf der langen To Do Liste können nun bereits abgehakt werden, dennoch gibt es noch viel für Sie zu erledigen. Nehmen Sie sich die nötige Zeit Ihre Selbstständigkeit zu planen und vorzubereiten, damit Sie nichts Wichtiges vergessen.

Haben Sie sich schon über den Standort Ihres Unternehmens Gedanken gemacht ? Nein? Dann ist jetzt der optimale Zeitpunkt gekommen darüber nachzudenken und den perfekten Standort zu suchen. Zahlreiche Faktoren sollten berücksichtigt werden, wenn Sie nach dem Standort für Ihr Geschäft suchen, außer der Standort befindet sich in Ihren eigenen vier Wänden. Wichtig ist in jedem Fall die Erreichbarkeit und Auffindbarkeit des Geschäfts, auch die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel kann ein entscheidender Erfolgsfaktor sein.

Benötigen Sie zur Ausübung ihrer Tätigkeit eine gute Lauflage? Wie sollte die Infrastruktur an dem Unternehmensstandort beschaffen sein und welche Rolle spielt die Parkplatzsituation? Ziehen Sie eine professionelle und fundierte Standortanalyse des geplanten Unternehmenssitzes zu Rate. Liegt Ihnen diese bereits vor ist das ideal, sonst sollten Sie eine Analyse schnellst möglich erstellen lassen .

Der richtige Standort Ihres Unternehmens ist natürlich von der Art des Geschäfts abhängig. Ein Produktionsunternehmen hat demnach andere Anforderungen an einen Standort als ein Einzelhandelsunternehmen oder ein Speiselokal.

Ein weiterer Punkt auf unserer Liste ist das Thema der Anmeldung bei Ämtern. Zahlreiche Anmeldungen sind Pflicht und daher unumgänglich und bei Versäumnissen werden empfindliche Bussgelder fällig.

Daher müssen Sie in jedem Fall Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der Gemeinde anmelden. Kapitalgesellschaften müssen sich ins Handelsregister eintragen und natürlich ist eine Registrierung eines Unternehmens beim örtlichen Finanzamt Pflicht. Durch diese Anmeldung erhalten Sie Ihre Steuernummer und nur mit dieser können Sie Rechnungen schreiben.

Vergessen Sie bitte nicht sich eine steuerliche Beratung zu suchen.

Diese hilft bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft, berät bei allen steuerlichen Fragen privat wie geschäftlich, erstellt Ihre Jahresabschlüsse und bilanziert. Natürlich können Sie auch kostengünstige Online Angebote nutzen. Planen Sie in jedem Fall ein Budget für die Steuerberatung ein, dies ist unabdingbar. Ich empfehle aber einen niedergelassenen Steuerberater, da man diesen schnell mal bei einer Frage kontaktieren kann und auch der Persönliche Kontakt ist hier sehr wichtig.

Die Formalitäten sind soweit erledigt nun wenden wir uns neuen Themenfeldern zu. Sprechen wir über das Marketingkonzept, welches Sie bereits in Ihrem Businessplan festgelegt haben.

Überlegen sie nun wie Sie die Außendarstellung Ihres Unternehmens gestalten möchten? Haben Sie schon ein Firmenlogo, sind die Visitenkarten gedruckt und ist das Briefpapier fertig? Haben Sie ein Firmenschild, Flyer, Broschüren, Kataloge, gedruckte Einladungen für die Eröffnung? Ist Ihre Homepage fertig und funktionstüchtig? Ist die Homepage für mobile Geräte optimiert und Benutzerfreundlich gestaltet? Sind alle Informationen verständlich aufgeführt? Der erste Eindruck ist entscheidend und eine Corporate Identity wichtig zur Wiedererkennung der Unternehmung.

Bitte nicht das Impressum, Datenschutzerklärung und AGB´s vergessen. Wichtig! Haben Sie Verträge für Telefon – und Internet? Sind alle Informationen auf Ihren Unterlagen wieder zu finden?

Nun haben Sie die Grundlagen Planung abgeschlossen und es sollte überlegt werden, wie Sie Ihre zukünftigen Kunden auf Ihr Angebot aufmerksam machen können. Das Produkt sollte fertig sein, nun muss dieses noch an den Kunden verkauft werden. Bislang kennt Sie Ihr Kunde wahrscheinlich nicht einmal. Darum sollten Sie sich jetzt ausgiebig mit dem Thema Kundenakquise beschäftigen. Ist Ihre On- und Offline Präsenz bereits optimal oder kann hier noch etwas verbessert werden? Wenn ja, schaffen Sie das alleine oder benötigen Sie Unterstützung?

Betrachten Sie Ihr Marketingkonzept aus dem Businessplan und die dazu gehörige Zielgruppenanalyse. Stehen Sie noch hinter diesem Konzept oder besteht hier ein Potential für Verbesserungen? Holen Sie sich auch hier Unterstützung , wenn sie nicht vorankommen wie sie es geplant haben.

Kunden sind Ihr Kapital und in diese sollte man zu jeder Zeit investieren.

Eine Firmengründung ist ein spannendes aber auch schwieriges Projekt. Man braucht etwas Zeit um alle Herausforderungen meistern zu können. Nutzen Sie die Chance sich von professionellen Dienstleistern, Rechtsanwälten, Grafikern und Marketing Profis beraten zu lassen und auch die geförderte Gründungsberatung ist eine tolle Möglichkeit gut in die Selbstständigkeit zu starten.

Werden Sie der eigene Chef- Sie haben das Zeug dazu!

Unsere Veranstaltungen während der Gründerwoche im November 2016.


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