26. November 2016 0 comments

GmbH, eine beliebte Rechtsform

Wie gründe ich eine GmbH?

Die GmbH oder „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ gehört zu der Gruppe der Kapitalgesellschaften. Sie ist für Personen geeignet die ihre Haftung beschränken möchten und über ein Stammkapital von mindestens 12.500 Euro / 25.000 Euro verfügen. Gründet man eine GmbH so muss die Gründung durch mindestens eine Person also einen Gesellschafter erfolgen. Zur Gründung benötigt man, unabhängig davon wie viele Gesellschafter gründen, einen notariell beurkundeten Gesellschaftervertrag. Direkt nach der notariellen Beurkundung muss die Hälfte des Stammkapitals auf das Geschäftskonto eingezahlt werden, das sind mindestens 12.500 Euro. Anstelle des Geldes können aber auch Sachgüter als Stammeinlage eingebracht werden.
Sacheinlagen oder Sachgüter sind Autos, Maschinen, Gebäude. Legt man Sachgüter als Stammeinlage ein, nennt man die Form der Gründung eine Sachgründung.

Bei einer GmbH Gründung entstehen für den Gründer Kosten in Form von Notarkosten, Kosten für den Eintrag in das Handelsregister und für die Bekanntmachung der Gründung.

Eine GmbH ist immer eine juristische Person, das bedeutet das die Gesellschaft selbst als Kaufmann im Geschäftsverkehr auftritt und nicht die Gesellschafter. Daher schließt die Gesellschaft die Verträge ab,ist steuerpflichtig und besitzt das Gesellschaftsvermögen.

Da die Gesellschaft aber keine physische Person ist, braucht Sie zur Erledigung der geschäftlichen Tätigkeiten einen Geschäftsführer. Dieser ist bei der Gesellschaft angestellt und erhält eine Vergütung für seine Tätigkeit. Ein Gründer kann entweder selbst als Geschäftsführer fungieren oder eine Person zur Ausübung dieser Tätigkeit anstellen. Rechtlich gesehen kann dies jedoch nur eine natürliche Person sein, die uneingeschränkt geschäftsfähig ist. Personen die bereits straffällig geworden sind und von einem Gericht aufgrund eines vorsätzlich verübten Straftatbestands (Insolvenzverschleppung, Bankrott, Betrug, Veruntreuung, …) verurteilt wurden, können für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren nicht als Geschäftsführer bestellt werden.

Haftung:

In der Regel haftet die GmbH nur mit dem eigenen Gesellschaftsvermögen gegenüber Gläubigern. Mit dem persönlichen Vermögen haftet ein Geschäftsführer allerdings , wenn er die „Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns“ verletzt hat.

Firmenname:

Der Firmenname wird im Handelsregister eingetragen und tritt im Geschäftsverkehr als Kennzeichnung und Handelsnamen der Gesellschaft auf.
Sie können Ihrem Unternehmen jeden Namen geben der Ihnen gefällt, allerdings muss der Firmenname immer den Zusatz GmbH oder „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ tragen.

Gründungsformalitäten:

Der Gesellschaftsvertrag (oder Musterprotokoll) ist immer notariell zu beurkunden und wird vom Notar an das Handelsregister weitergeleitet. Als Gründer sind Sie nun verpflichtet das Stammkapital in die Firma einzulegen. Das Mindestkapital als Stammeinlage beträgt 25.000 Euro und kann in Form einer Bareinlage, Sacheinlage (Auto, Maschinen, Immobilien) oder als gemischte Form der Einlage erfolgen. Eine gemischte Einlage besteht aus Bareinlage und Sacheinlage. Sacheinlagen müssen jedoch bereits vor der Anmeldung der Gesellschafter geleistet werden.

Zur Anmeldung der GmbH beim Handelsregister sind einige Unterlagen vorzubereiten. Diese Unterlagen werden gemeinsam mit dem beurkundeten Gesellschaftervertrag (Musterprotokoll) beim Handelsregister eingereicht. Ebenfalls ist es Pflicht einen legitimierten Geschäftsführer zu benennen. Des Weiteren wird verlangt, dass eine, von den einzelnen Gesellschaftern unterschriebene Liste, mit deren persönlichen Angaben (Name, Vorname, Geburtsdatum, Wohnort und Angabe über die Höhe und Art der Stammeinlage) vorgelegt wird. Sollten Sacheinlagen geleistet werden, wird ein Wertgutachten über Sacheinlage, die Art und Form der Sacheinlage und den Betrag der Sacheinlage benötigt. Ebenso ist ein Sachgründungsbericht zu erstellen und Verträge die hierfür geschlossen wurden sind beizulegen (Kaufverträge des Sachgegenstands).  Meldet man eine GmbH beim Handelsregister an, ist es üblich zu versichern, dass die geforderten Stammeinlagen auch getätigt wurden und das diese dem Geschäftsführer zur freien Verfügung steht. Zudem gilt es zu überprüfen und zu verifizieren, das der Geschäftsführer keine Straftat begangen hat die seine Tätigkeit verhindern könnte.

Der Geschäftsführer :

Der Geschäftsführer ist verpflichtet die Geschäfte der GmbH ordentlich und gewissenhaft und zum Wohl der Gesellschaft zu führen. Er stellt eines der Organe der Gesellschaft dar und führt deren Geschäfte als juristische Person. Der Geschäftsführer wird durch die Gesellschafterversammlung bestellt und erhält somit die Legitimierung zur Führung der GmbH. Mit dem Geschäftsführer wird ein Dienstvertrag abgeschlossen und er wird hiermit in seiner Tätigkeit bestätigt.

Das GmbH-Gesetz:

Das GmbH-Gesetz ist die Grundlage für die Tätigkeit einer GmbH und regelt die Voraussetzungen für deren Tätigkeit und die Tätigkeit der in Ihrem Namen agierenden Personen.

Es bestimmt, dass der Geschäftsführer eine voll geschäftsfähige natürliche Personen sein muss. Ebenso ist es unerlässlich, dass eine Verurteilung eines Insolvenzdeliktes mindestens 5 Jahre zurückliegen, bevor eine Person wieder als GmbH Geschäftsführer tätig wird. Berufsverbote oder Gewerbe Verbote dürfen nicht vorliegen oder zumindest dürfen diese nicht den Unternehmensgegenstand negativ beeinträchtigen. Wird ein Gesellschafter trotz der oben aufgeführten Verstöße oder Delikte eingesetzt und erfüllt somit nicht den gesetzlichen Kriterien, dann kann die Besetzung der Position hinfällig sein und alle geschäftlichen Handlungen dieser Person sind somit unwirksam.

Ein Geschäftsführer wird mit einem Dienstvertrag angestellt und hat verschieden Positionen inne. So ist er der offizielle Vertreter der GmbH also auch Angestellter der GmbH in leitender Position.

Als Angestellter der GmbH gelten für ihn die gesetzlichen Rechte für Arbeitnehmer (bürgerliches Gesetzbuch und nicht Arbeitsrecht) und die im Dienstvertrag vereinbarten Rechte und Vorschriften.

Für den Geschäftsführer gelten nicht die Arbeitszeitordnung, das Kündigungsschutzgesetz und auch das Betriebsverfassungsgesetz findet hier keine Anwendung. Da der Geschäftsführer der offizielle Vertreter der GmbH ist, gilt für Ihn auch das GmbH Gesetz und die dort verankerten Haftungsbestimmungen. Das heißt er muss immer im Sinne eines ordentlichen Kaufmanns und zum Wohl seiner Firma handeln.

Buchhaltungspflicht /Steuern:

Eine GmbH ist zur Zahlung der Körperschaftssteuer verpflichtet, muss Gewerbesteuern entrichten und hat Solidaritätszuschläge abzuführen. Werden Gewinne der Gesellschaft an Teilhaber ausgeschüttet wird die Kapitalertragsteuer für die Anteilseigner fällig. Eine GmbH unterliegt der Buchführungspflicht. Das bedeutet, dass die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB) gelten. Die GmbH ist zur doppelte Buchführung mit Jahresbilanz verpflichtet.

 

 


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