12. Dezember 2016 2 comments

Die Unternehmergesellschaft (UG)

Die UG , Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist eine Variante der Rechtsform der GmbH und stellt keine eigene Rechtsform dar. Eine haftungsbeschränkte UG eignet sich für Dienstleister mit geringem Kapitalbedarf und dem Wunsch nach Beschränkung der Haftung. Eine UG muss von mindestens einem Gesellschafter gegründet werden und das Minimum an Stammkapital sollte einen Euro betragen. Das Stammkapital wird Bar und in voller Höhe bereits vor der Anmeldung im Handelsregister erbracht werden, Sacheinlagen sind in diesem Falle nicht erlaubt.

Gründung:

Zur Gründung der UG (haftungsbeschränkt) wird nur ein notariell beurkundetes Musterprotokoll benötigt. Erwirtschaftet Ihre UG (haftungsbeschränkt) Gewinne, so ist es nicht erlaubt, dass die Gewinne in voller Höhe an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. 25% der Gewinne müssen als Rücklage in der Firma verbleiben bis ein Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Diese Gesellschaftsform kann im Laufe der Zeit in eine vollwertige GmbH umgewandelt werden, sobald die Höhe der Stammeinlage eingezahlt wurde.

Haftung:

Bei der Haftung gelten die gleichen Regeln wie für eine GmbH, hier tritt das GmbH Gesetz in Kraft. In der Regel haftet eine UG nur mit dem Gesellschaftsvermögen und nicht mit dem Privatvermögen der Gesellschafter.

Namensgebung:

Bei der Wahl eines Firmennamens ist Ihrer Phantasie keine Grenze gesetzt, rechtlich verpflichtend ist immer der Zusatz zum Namen UG (haftungsbeschränkt) oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt).

Steuern und Buchführungspflicht:

Eine Unternehmergesellschaft hat Solidaritätszuschlag, Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer zu entrichten. Sie ist zur doppelten Buchführung verpflichtet und muss eine Jahresbilanz erstellen.

 

Gesetzesgrundlage:

Für eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) gilt das HGB.

Die Vorteile:

  • Die Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt
  • Keine private Haftung der Gesellschafter
  • Gründung ab 1 Euro Stammkapital möglich
  • geringe Gründungskosten
  • gesetzlich festgelegte Mustersatzung können verwendet werden
  • für alle Arten von Tätigkeiten, Dienstleistungen und Gewerben
  • Besteuerung mit der Körperschaftssteuer, vergleichsweise günstiger als die Einkommenssteuer
  • variabel gestaltbarer Gesellschaftervertrag, bei Verzicht auf die Mustersatzung
  • eine einzelne Person kann eine UG gründen/ „Ein-Mann-UG“=  Gesellschafter ist auch Geschäftsführer.
  • Möglichkeit als Gesellschafter auch Angestellter für das eigene Unternehmen zu sein
  • Verkauf von Gesellschaftsanteilen ist unkompliziert, ebenso der Verkauf der UG
  • Gesellschafter können natürliche und juristische Personen sein (Kapital- und Personengesellschaften)

Die Nachteile:

  • Anspar Pflicht: keine vollständige Gewinnausschüttung bis zur Erreichung der gesetzlichen Anspar Grenze möglich
  • Bei erreichen der Anspar Summe von 25.000 Euro, keine automatische Umwandlung von UG in GmbH/ aufwändige Umfirmierung nötig
  • Keine Sacheinlagen möglich, Stammeinlage ist immer bar und in voller Höhe zu erbringen
  • Rechtsverkehr: immer die Firmenname plus UG (haftungsbeschränkt) verwenden
  • UG (haftungsbeschränkt) hat niedriges Stammkapital, das ist offensichtlich, daher geringes Ansehen und geringe Kreditwürdigkeit
  • bei zu geringem Stammkapital droht Überschuldung und Insolvenz
  • Strikte Trennung von privaten und Gesellschaftsvermögen der Gesellschafter zur Vermeidung verdeckter Gewinnausschüttung
  • Publizitätspflicht
  • zur kaufmännischen Buchhaltung und Bilanzierung verpflichtet.
  • recht teuer und aufwändig in der Gründung
  • viele Formalitäten
  • noterielle Beurkundung in vielen Fällen notwendig (Abtretung von Gesellschaftsanteilen)
  • Bei Verletzung des GmbH-Gesetzes strafrechtliche- & zivilrechtliche Verfolgung des Geschäftsführers
  • Selbstschuldnerische Bürgschaften bei Kreditvergabe oftmals verlangt, das hebt die Vorteile der Haftungsbeschränkung dann wieder auf
  • gewerbesteuerpflichtig

Lesen Sie hierzu den Artikel über die GmbH


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